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Ebay erhöht massiv die Gebühren, bezeichnet dies aber nur als Vereinheitlichung

Mai 22nd, 2011 · 5 Kommentare

In den letzten Jahren änderte Ebay bereits mehrfach verschiedene grundlegende Rechte und Pflichten der Verkäufer. In der Regel immer zum Nachteil des Verkäufers. So wurde die Akzeptierung von Paypal als Zahlungsmittel als Bedingung für eine Auktionseinstellung vom Verkäufer verlangt, wodurch Ebay doppelt kassieren kann (Paypal ist ein Unternehmen von Ebay und die Zahlungsabwicklung für Verkäufer nicht kostenlos). Ein weiteres Beispiel ist die Einschränkung der Kontaktaufnahme zwischen Käufer und Verkäufer. So will Ebay möglichst komplett ausschließen, dass ein Artikel ohne Auktion verkauft wird. Eine Verlinkung zum eigenen Webshop ist ebenfalls nicht erlaubt. Diesesmal werden wieder einmal die Verkäufer zur Kasse gebeten. Um genau zu sein, nur die privaten Verkäufer.

Die Verkaufsprovisionen steigen ab dem 13.06.2011 bereits ab dem ersten Euro um 12,5%. Die prozentuale Gebührenerhöhung steigt im Extremfall bei einem Verkaufspreis von 500 Euro sage und schreibe 69,81%!

Aber wie erklärt Ebay diese drastische Gebührenerhöhung? Gar nicht! In der Ankündigung umschreibt Ebay diese Erhöhung als Vereinheitlichung der Verkaufsprovision. Und zieht sogar noch das Fazit:
„Mit der neuen übersichtlicheren Gebührenstruktur bleiben die Gesamtkosten fürs Verkaufen auf eBay weiterhin wettbewerbsfähig.“

Ich habe die Änderung für die Verkaufspreise 1 Euro bis 2.000 Euro mal für Euch nachgerechnet. (siehe Schaubild) Die höchste Steigerung um 69,81% gibt es, wie bereits erwähnt, bei einem Verkaufspreis von 500 Euro. Erst ab einem Verkaufspreis von 1.425 Euro oder höher zahlt der Verkäufer nicht mehr, bzw. spart Gebühren gegenüber der alten Gebührenstruktur. Bei wie vielen Artikel ein derart hoher Verkaufspreis zustande kommt, dürfte jedem klar sein.

In der Exceldatei: ebay-preiserhoehung-13.06.2011.xls finden Sie die komplette Aufstellung der geänderten Verkaufsprovisionen von 1 Euro bis 2.000 Euro Verkaufspreis.

Das Thema schlägt zur Zeit wirklich eine große Welle im Internet. Nicht jeder wird die Email auch wirklich gelesen haben. Auch bekommt Ebay so nicht das Feedback, dass diese Praktik verdient hat! Daher schreibt bitte auch in Eurem Blog über die Gebührenabzocke, wenn Ihr der gleichen Meinung seid.

Jeder Verkäufer sollte sich nun fragen, was für Alternativen es gibt. Zum einen gibt es natürlich alternative Auktionshäuser wie z.B. hood.de. Hier muss man allerdings damit rechnen, dass die Verkaufspreise niedriger sind, weil es weniger potenzielle Käufer gibt. Eine weitere Möglichkeit ist der Verkauf auf dem Amazon Marketplace. Auch hier sind die Gebühren sehr hoch. Um genau zu sein, noch höher. Vom Kaufpreis geht neben einer fixen Gebühr von 1,14 Euro eine Provision von 15% an Amazon. Dafür kann der Verkaufspreis beim Amazon Marketplace frei gewählt werden und so die hohen Kosten im Vorfeld gut einkalkuliert werden. Wird der Artikel nicht verkauft, fallen hier keine Gebühren ein. Weitere Vorteile sind der große Kundenstamm von Amazon, Sie brauchen keine Artikelbeschreibungen und Bilder eingestellen und die Zahlungsabwicklung wird direkt von Amazon übernommen und Ihnen der Betrag auf Ihr Bankkonto überwiesen. Ich verkaufe daher schon längere Zeit lieber auf dem Amazon Marketplace als bei Ebay. Die erzielten Preise sind übrigens häufig höher als die bei Ebay.

Tags: Kritiken

5 Antworten bis jetzt ↓

  • 1 Autotime24.de // Sep 27, 2011 at 13:04

    Zwar etwas spät gefunden, aber trotzdem: Super Artikel! Ich denke, dass man die Gebührenstruktur der Großen so und so sehen muss. Einerseits sind die Gebühren und Verkaufsprovisionen viel zu hoch. Andererseits sind es aber auch die Funktionen, die angeboten werden, die Menschen, die bezahlt werden müssen und viele andere Faktoren. Dennoch, dafür das es keines Ladengeschäftes bedarf und „im Grunde“ alles nur über Internet läuft, sind die Preise schon sehr hoch angesetzt. Egal ob eBay oder Amazon. Niedrigere Verkaufspreise bei „kleineren“ oder jüngeren Plattformen anzusetzen hat doch aber auch Vorteile. So spart der Kunde im Vergleich zum Kauf bei anderen Plattformen und kommt gerne wieder. Längerfristig sollte sich das eigentlich lohnen!

  • 2 Jo // Dez 12, 2011 at 15:38

    Ich denke auch dass die Gebührenstruktur bei ebay mehr als zu wünschen übrig lässt. Besonders, weil das im Vergleich zu Amazon ja eigentlich ihr größter Vorteil war. Den haben sie nun aber scheinbar aus gier selber entkräftigt. Die Vorrangsstellung am Markt haben sie ja aber dennoch

  • 3 Dirk // Apr 17, 2012 at 23:30

    vielleicht sollte man ein Update machen,
    wir haben jetzt leider wieder eine Gebührenerhöhung zu ertragen
    sie wird am 12.06.2012 greifen und im Herbst kommen nochmal 2% hinzu
    die Gebührenerhöhung wird in den Ebay-News als Vereinheitlichung und Vereinfachung kommuniziert – nur in ganz wenigen Fällen spart man etwas.
    Ebay versucht hier an Amazon anzudocken,
    da Ebay bisher noch ein Stück billiger war, als Amazon.

  • 4 Gitti // Mai 9, 2012 at 18:27

    Nicht nur private, auch gewerbliche Verkäufer werden auf ebay seit dem 3. Mai 2012 kräftig zur Kasse gebeten, und zwar wenn sie Bücher verkaufen. Der Trick: Wechsel der Kategorie. Bücher liefen bisher unter „Medien“, d. h. für ein Festpreisangebot bis auf Widerruf zahlten wir als Abonnenten eines Top-Shops (knapp 50,00 €/Monat) 0,02 EUR. Jetzt sollen Bücher nicht mehr zu den Medien gehören (?), deshalb zahlt man 150% mehr, d. h. 0,05 EUR pro Angebot und Monat. Nun haben ja Bücher meist eher kleine Preise, und da es unsäglich viele Titel gibt, stehen sie in der Regel einige Monate und länger ein. Wie haben im Moment nur 3.600 Bücher eingestellt, aber rechnet das mal hoch! Auf das Miniplus oder gar das Minus in diesem Monat bin ich gespannt.
    Übrigens, auf diese Gebührenerhöhung wurde nicht deutlich aufmerksam gemacht (mancher hat es vielleicht noch gar nicht mitgekriegt), nur von Veränderungen der Kategorien war die Rede.
    Wirklich sauber, wie der Konzern seine Leute zur Kasse bittet. Aber das ist ja allgemein heute üblich, die kleinen Leute auszuwringen, bis es quietscht. So was nennt sich dann „community“ – schöne Gesellschaft.

  • 5 Theodors Autoteile // Feb 22, 2013 at 10:16

    Da ich einen Autoteile-Handel betreibe weiß ich wie mit eBay -Gebühren schwer umzugehen ist.

    Wir als Händler sind ausgebeutet bis zum Umfallen durch dem eBay – ich denke es ist mehr oder weniger sehr dreist, und ich bin schon dabei andere Plattform zu nutzen – die Abhängigkeit umzugehen.

    Da hab ich ganz neue Plattform entdeckt – die kostengünstiger als eBay sind – Teilehaber , Autotime24 , Hood .

    Die alle sollten nachdenken wo zu es führen kann – wenn jeder nur eBay finanziert !

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