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Einfluss der Torhymne auf die Stimmung im Stadion und die Leistung der Mannschaften

März 25th, 2012 · Keine Kommentare

Die aktuelle Krise beim Bundesligsten Hamburger Sportverein hängt in erster Linie mit der Heimschwäche des Bundesliga Dinos zusammen. Eine Analyse der letzten fünf Spielzeiten gibt einen Aufschluss darüber, dass es sich um eine grundlegende Tendenz zu handeln scheint.

Bei genauerer Betrachtung dieses Zeitraums lässt sich feststellen, dass dieser Trend bereits im vergangenen Jahr begonnen hat. Berücksichtigt wurden die letzten vier Spielzeiten am Ende der jeweiligen Saison und die Saison 2011/2012 nach dem 27. Spieltag.

Die Heimpunkte sind bereits seit der Saison 2008/2009 rückläufig, die Punkte bei Auswärtsspielen blieben dagegen weitgehend konstant. Ein massiver Einbruch bei der Punkteausbeute ist in der aktuellen Saison (11) zum Vorjahr (26) zu verzeichnen (Abbildung 1).

Korrelierend hierzu haben sich die Gegentore im eigenen Stadion entwickelt, die bereits um vier Tore höher liegen als in der gesamten Vorsaison (Abbildung 2).

Ebenfalls massiv zurückgegangen sind die geschossenen Heimtore. Von 29 erzielten Toren in der Vorsaison auf aktuell 17 Tore in der laufenden Saison (Abbildung 3).

Welcher Einfluss eine Torhymne und die Stimmung im Stadion auf die beiden beteiligten Mannschaften hat, ist wissenschaftlich noch nicht untersucht worden. Im Beispiel des Hamburger SV ist festzustellen, dass die Torhymne vor der Saison 2010/2011 geändert wurde. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass der Torjubel seither subjektiv betrachtet deutlich leiser ausfällt und bei Fernsehübertragungen meist kaum noch zu hören ist. Geräuschpegelmesswerte liegen mir leider nicht vor. Die bisher sehr stimmungsvolle Hymne von Coldplay („Vida la Vida“) wurde mit Beginn der Saison 2010/2011 vom Heidi Kabel Song „An de Eck steht’n Jung mit’n Tüddelband“ ersetzt. Damit sollte die Verbundenheit mit der Stadt Hamburg in den Vordergrund gestellt werden. Die neue Hymne fand bei den meisten Fans großen Zuspruch, gegnerische Mannschaften haben allerdings vor der neuen sympathischen Stimmung scheinbar weniger Respekt als noch in den Vorjahren.

Vor der aktuellen Spielzeit hat übrigens auch der FC Bayern die Torhymne mal wieder geändert. Die bisher sehr bayrische Hymne wurde durch einen stimmungsvollen Rocksong ersetzt. Die Punkteausbeutung des FC Bayern im heimischen Stadion hat sich im Vergleich zur bereits sehr guten Vorsaison nochmals verbessert.

Noch deutlicher treten die Auffälligkeiten in Erscheinung wenn die Analyse pro Spiel durchgeführt wird. Die Punkte pro Auswärtspiel waren in den letzten fünf Jahren sehr konstant und lagen immer zwischen 1,29 bis 1,12 Punkten pro Spiel. Die erzielten Punkte in dieser Saison liegen sogar noch über dem Durchschnitt. In den Heimspielen dagegen sind die erzielten Punkte in der aktuellen und der vergangenen Saison deutlich gegenüber den Vorjahren abgefallen (Abbildung 4).

Ähnlich deutlich ist die Entwicklung bei den Gegentoren festzustellen. Waren die Gegentore bei den Heimspielen bis einschließlich zur Saison 2009/2010 konstant bei 0,65 bis 0,76 Gegentoren pro Spiel, verdoppelte sich die Anzahl der Gegentore in der vergangenen Saison auf 1,41 Tore pro Spiel und erhöhte sich diese Saison erneut auf 2 Gegentore pro Spiel (Abbildung 5).

Fazit: Welchen Einfluss die Torhymne auf die Ergebnisse letztendlich gehabt hat, lässt sich mit diesen Zahl zwar nicht nachweisen, da es bei den Auswärtsergebnissen in den letzten Jahren aber keine signifikanten Änderungen gab, kann die geänderte Stimmung im eigenen Stadion durchaus einen Einfluss auf die Ergebnisse gehabt haben. Bei weiteren Analysen könnten gemessene Geräuschpegel während des Spiels und nach erzielten Toren, sowie die Zuschauerzahlen einfließen. Aus psychologischer Sicht könnte der Hamburger SV Überlegungen anstellen, die frühere Torhymne aus den erfolgreichen Jahren für die letzten drei Heimspiele der Saison wieder einzuführen. Sofern der DfB keine Einwendungen dagegen hat.

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Tags: Analysen

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